Erste Schritte mit dem sd2iec

Heute habe ich nun das unlängst erworbene sd2iec an meinem C128D in Betrieb genommen. Das gestaltete sich aufwendiger als gedacht, weshalb ich hier die einzelnen Schritte nochmal zusammenfassen möchte.

Die erste Schwierigkeit bestand darin, dass mein sd2iec ohne Dokumentation geliefert wurde. Diese kann man als Teil des Firmware-Binary-Archivs unter http://www.sd2iec.de/ herunterladen.

Das sd2iec wird wie die meisten klassischen Commodore-Massenspeichergeräte angeschlossen. Über das mitgelieferte Datenverbindungskabel wird das sd2iec mit dem Seriellen Port des Commodore-Rechners verbunden, der Netzteilstecker kommt in die Steckdose. Nun können die einzelnen Geräte in der Reihenfolge sd2iec, C128D, Monitor eingeschaltet werden.

Da das im C128D integrierte Diskettenlaufwerk die Gerätenummer 8 am Bus belegt, muss für das sd2iec auf eine andere Gerätenummer konfiguriert werden. Das sd2iec verfügt hierfür über zwei DIP-Schalter, über die sich die Gerätenummer einstellen lässt (was bei ausgeschaltetem sd2iec erfolgen sollte). Zusätzlich lässt sich die Gerätenummer auch softwaremäßig ändern. Das geht mit folgender Befehlssequenz, wobei 8 die bisherige und 9 die neue Gerätenummer darstellt:

OPEN1,8,15,"U0>"+CHR$(9):CLOSE1

Das funktionierte bei mir sogar, obwohl beide Geräte am Bus (Diskettenlaufwerk und sd2iec) die Gerätenummer 8 gleichzeitig verwendeten.

Als nächstes legte ich eine SD-Speicherkarte ins sd2iec ein, auf die ich am PC einige d64-Disk-Images kopiert hatte. Mittels

LOAD”$”,8

und anschließendem

LIST

wurde zwar der Inhalt des Stammverzeichnisses der SD-Karte angezeigt, jedoch stellte sich nun die Frage, wie man eines der aufgeführten Disk-Images “mounted”.

Das sd2iec betrachtet ein Disk-Image wie ein normales Verzeichnis im Dateisystem der SD-Karte, weshalb man mit dem Befehl zum Verzeichniswechsel auch ein Disk-Image mounten kann (device = Gerätenummer):

OPEN1,device,15,”CD:DIRNAME”:CLOSE1
OPEN1,device,15,”CD:IMAGENAME.D64”:CLOSE1

Anschließen kann man mittels

LOAD”$”,8

den Inhalt des gewählten Unterverzeichnisses oder Disk-Images laden.

Mit der Befehlssequenz

OPEN1,device,15,”CD:←”:CLOSE1

wechselt man in der Verzeichnishierarchie um eine Ebene nach oben (bzw. unmounted das Disk-Image).

Über den Befehl XInum lassen sich drei verschiedene Betriebsarten zur Arbeit mit Disk-Images einstellen (siehe Firmware-Dokumentation). Damit bei mir der oben beschriebene Verzeichniswechsel funktionierte, musste ich mittels

OPEN1,device,15,”XI1”:CLOSE1

zunächst die Betriebsart ändern.

Damit die geänderten Einstellungen für Gerätenummer und DIsk-Image-Anzeigemodus auch nach dem Ausschalten des sd2iec erhalten bleiben, empfiehlt es sich, diese mittels

OPEN1,device,15,”XW”:CLOSE1

zu speichern.

Wie man an den obigen Ausführungen sehen kann, ist die Navigation in einem modernen, hierarchischen Dateisystem mit vielen Unterverzeichnissen und mountbaren Disk-Images mit den beschriebenen Befehlssequenzen recht umständlich, weshalb es einige praktische Tools gibt, die die Arbeit stark vereinfachen. Eine kleine Tool-Übersicht gibt’s hier im C64-Wiki.

CBM-Command scheint sich zum Erzeugen von Disk-Images meiner meiner Disketten auf dem sd2iec besonders zu eignen. Ich werde mir mal die Dokumentation näher ansehen und dann geht’s hoffentlich endlich los.

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